• News

High-Tech-Werkstatt für 3D-Druck, Rapid Prototyping und Digitale Fertigungstechniken

Wirtschaftsförderer aus dem Kreis Wesel besuchten das zdi-FabLab Kamp-Lintfort

Mit großem Interesse folgten die Wirtschaftsförderer aus den Kommunen des Kreises Wesel der Einladung der wir4-Wirtschaftsförderung und dem zdi-Zentrum Kamp-Lintfort in die neue High-Tech-Werkstatt an der Hochschule Rhein-Waal am Standort Kamp-Lintfort, die offiziell am 15. April 2015 eröffnet wird.

Im FabLab informierten sich die Wirtschaftsförderer über die Möglichkeiten additiver Fertigungsverfahren, besser bekannt als „3D-Druck“ oder „Rapid Prototyping“. Mit professionellen 3D-Druckern, 3D-Scannern, einem Lasercutter, CNC-Präzisionsfräsen, einer Vakuumpresse sowie weiteren kleinen Industriemaschinen bietet das FabLab Kamp-Lintfort eine außergewöhnliche und hochmoderne Ausstattung im Technikum der Hochschule Rhein-Waal.

Ein FabLab (Fabrication Laboratory) ist angelegt als eine offene Werkstatt, die größtenteils auf computergesteuerte Fertigung ausgerichtet ist, verbunden mit dem Ziel, Privatpersonen industrielle Produktionsverfahren für Einzelstücke zur Verfügung zu stellen (Personal Fabrication). Das erste FabLab wurde 2002 am Massachusetts Institute of Technology (MIT) gestartet und ist seitdem zu einer weltweit schnell wachsenden Bewegung geworden. DasKonzept setzt unter dem Motto „Make – Learn – Share“ auf eine offene Zusammenarbeit zwischen Hochschule, Schulen, Unternehmen und den Menschen der Region. Das Labor steht dabei allen Interessierten offen, von der Privatperson über die Studierenden bis hin zum Unternehmer, der Prototypen bauen oder neue Verfahren testen möchte. Zugrunde liegt dabei die Idee, einen öffentlich zugänglichen Ort einzurichten, der gemeinschaftliches Lernen und Wissensvermittlung ermöglicht.

Für das aktuelle zdi-Projekt, das sich mit der Einrichtung eines Schülerlabors an der Hochschule Rhein-Waal beschäftigte, wurde das FabLab-Konzept aufgegriffen, da es eben diesen Kooperationsgedanken forciert: „Ein FabLab ist eine soziale Plattform, die Personal Fabrication individuell sowie gemeinschaftlich nutzbar macht und die weitere Verbreitung fördert“, so Dr. Martin Kreymann, Projektkoordinator des zdi-Zentrums Kamp-Lintfort.

Die kommunalen Wirtschaftsförderer erhielten vor Ort einen fundierten Einblick in die Welt additiver Fertigungsverfahren, bei denen das Baumaterial zur Erzeugung eines Werkstücks schichtweise hinzugefügt wird. Thomas Kropp von Mage Designcraft schilderte eindrücklich die Chancen und Angebote des FabLabs für die Unternehmen und wie sie sie nutzen können. Dazu erläuterte Kropp die heute bereits verfügbaren Methoden der additiven Produktionstechnologien und demonstrierte anhand von bereits gefertigten Teilen und Mustern die gesamte Vielfalt der 3D-Digitaltechnik. Erstaunt zeigten sich die Wirtschaftsförderer über die hohe Komplexität und Detailtreue der Bauteile. Im Gegensatz zu konventionellen Fertigungsverfahren können durch das Schichtbauprinzip geometrisch hochkomplexe Strukturen hergestellt werden.

Höhepunkt des Besuches war die Besichtigung der Werkstatt, in der sich bereits eine Schülergruppe mit dem Zusammenbau eines funktionstüchtigen 3D-Druckers beschäftigte. Im Rahmen von MINT-Berufs- und Studienorientierungsmaßnahmen des zdi-Zentrums können die Schülerinnen und Schüler so ganz praktische Erfahrungen mit dieser zukunftsorientierten Technik machen und zudem nach Beendigung des Projekts einen 3D-Drucker kostenfrei mit in Schule nehmen.

Den Unternehmen im Kreis Wesel stehen diese Zukunftstechnologien in absehbarer Zeit ebenfalls zur Verfügung. Auch sie können im FabLab Projekte durchführen, Produktideen entwickeln und mit dem vorhandenen Maschinenpark umsetzen. Ein wichtiger Bestandteil der FabLab-Idee in Kamp-Lintfort ist der Wissens- und Technologietransfer, um den technischen Fortschritt in der Region zu steigern. Das bedeutet, dass die Unternehmen auch von dem Know-How der Hochschulmitarbeiter profitieren können. Dabei wird – falls gewünscht und erforderlich – der notwendige Datenschutz und die Wahrung des Produktgeheimnisses in jedem Fall gewährleistet. Die Bandbreite der additiven Fertigungsverfahren reicht vom Prototypenbau bis zur Fertigung von Endprodukten. Branchenübergreifend können neue Produkte schneller und besser sowohl entwickelt als auch hergestellt werden. Anwendungen ergeben sich von der Werkstoffherstellung über den Anlagenbau, 3D-Druck als Dienstleistung und der Integration von additiv gefertigten Bauteilen in neue Produkte. Erwartet werden in den nächsten Jahren eine Fülle neuer Anwendungen, Prozesse und Materialien sowie eine beschleunigte Verbreitung der Technologie. Der Forschungs- und Innovationsbedarf insbesondere in der Qualitätssicherung und Prozessintegration bietet in diesem Segment noch reichlich Potenzial für viele Branchen.

Zurück

Partner